www.MeDIA-Maier.de » www.HDAV.BLOG » 2010-03(März)-14; MeDIA-Maier beim Baden Württembergischen BDFA-Landesfilmfestival in Dettingen/Teck
 

HDAVSHOP einfache Suche

MeDIA-Maier HAUPTMENÜ

2010-03(März)-14; MeDIA-Maier beim Baden Württembergischen BDFA-Landesfilmfestival in Dettingen/Teck Drucken E-Mail

MeDIA-Maier beim Baden Württembergischen BDFA-Landesfilmfestival in Dettingen/Teck.

Der Filmklub Dettingen hatte alles wunderbar organisiert und beachtlich viel Zuschauer fanden sich in der Schloßberghalle ein. Nach 5-maligem Ausrichten hatte sich schon eine gewisse Routine eingestellt was der Veranstaltung einen professionellen Eindruck verschaffte. Absolut professionell und auf einem sehr hohen Niveau waren auch die von mir gesehen Video-Beiträge. Hier scheint die lange Arbeit des BDFA (Bund Deutscher Film Autoren), Früchte zu tragen und auch die Ausscheidungsverfahren in den vielen regionalen Wettbewerben bis zum Landesentscheid tun etwas zur Qualitätoptimierung dazu. Das zeigen auch die 7 erste Plätze, 16 der Stufe 2 und 14 der Stufe 3 sowie 4 der Stufe 4 was einer Anerkennung entspricht. Hier die genaue Platzierungen durch die Jury und das Publikum: http://www.bdfa-lvbw.de/224/Landesfilmfestivals.htmlBDFA-BW-Dettingen

Obwohl die Halle gut gefüllt war, befanden sich (soweit ich das nach meiner Analyse beurteilen kann) sehr wenige Zuschauer aus den umliegenden Orten darunter, welche aus Neugierde oder beginnendem Interesse am Hobby hätten kommen sollen. Die meisten Besucher waren eindeutig Autoren und deren mitgereiste Freunde, Verwandte und Bekannte, welche vor allem hören wollten was die absolut fachmännische Jury zu den einzelnen Werken zu sagen hatte, bzw. zu kritisieren hatte.  Eine wertvolle Eigenart der Video-Festivals vom BDFA, denn aus den fundierten Analysen lassen sich sehr viele Verbesserungen für unser Hobby ableiten.

Die Veranstaltung von Dettingen wurde ja zuerst von Matthias Pfister in unserm Vereinsheft vom AV-Dialog vorgestellt. Er wohnt nur wenige Kilometer von Dettingen entfernt und ist der eigentlich der Auslöser für meine eigene Videobegeisterung. Leider war er oder andere aus seiner AV-Truppe dieses Mal nicht anwesend. Umso erfreuter war ich unter den Besucher zwei weitgereiste Foto-Freunde zu treffen, da ich ja schon lange der Meinung bin, dass Diaprojektion und Videofilm sehr viel gemeinsam haben und eigentlich unter einem gemeinsamen Dach ausgeübt werden müssten. 

Einer dieser Diafreunde kann sogar vom ältesten Diaporama-Festival am Bodensee, um sein neues Videowerk vorzuführen. Als ich ihn freundlich ansprach und meine Freude über das zufällige Treffen zum Ausdruck brachte, hielt er mir sofort wie eine Art Entschuldigen entgegen, dass er die Seiten gewechselt hätte und jetzt Videokunst betreiben würde.

Aber ich sehe darin überhaupt keinen Seitenwechsel! Wieso müssen wir immer alles so begrenzt und so eng sehen? Wieso können wir uns nicht über die selbstgesetzten Beschränkungen unserer Clubs hinwegsetzten? Es geht doch wirklich nur darum multimedial, mit Freude zu agieren. Multimedial bedeutet doch schon vom Wort her mit den verschiedensten Medien zu arbeiten um mit seiner Story ein bleibenden Eindruck bei den Zuschauern zu hinterlassen. Also ist es doch vollkommen egal mit welcher Technik ich arbeite, es ist nur wichtig was hinten herauskommt bzw. was beim Zuschauer im Kopf für Geschichten zusammenphantasiert werden.  

 

Hier meine Stichworte aus der Diskussion zur "Jugend-Gewinnung"

  • Jugendliche habe es nicht nötig sich in einem Verein zu binden und Verantwortung bzw. Vereinsaufgaben zu übernehmen und wollen es deshalb auch nicht
  • Jugendliche können aus einem Überangebot von Medien aussuchen
  • Jugendliche haben keine Technik-Hemmschwelle wie sehr viele ältere Videofreunde
  • Jugendliche werden mit medialen Möglichkeiten überfrachtet
  • Jugendliche mögen keine Oberlehrer und Besserwisser
  • Jugendliche wollen genauso wie alle anderen, Anerkennung für ihr Werk
  • Jugendliche Spontanität und Unerfahrenheit wird in den Altherren-Clubs zerredet und niedergemacht
  • Undiplomatische Kritik zerstört das Interesse am Vereinsleben
  • Klugscheißen und Selbstherrlichkeit sind keine guten Argumente zur „Jugendförderung“
  • mit Spiel und Spaß sind Jugendliche immer zu begeistern (auch Erwachsene)
  • Wenn die Idee und die kreative Umsetzung passt, kann die Qualität nachträglich vermittelt werden.
  • Lieber 10% Qualität und 90% Einfallsreichtum, wie anders herum.
  • Schöpferkraft und Phantasie können auch spielerisch entwickelt werden.
  • Fun und Schulterklopfen sind die wichtigsten Argumente zur „Jugendgewinnung“
  • Internet, soziale Netzwerke, SMS und Videoportale, sind Bereiche in welchen die Anerkennung gesucht und auch gefunden wird.
  • Man darf nicht warten bis die Jugendliche kommen, sondern sie müssen vorsichtig dort abgeholt werde wo sie stehen, und zwar vom medialen Umfeld her als auch von der geistigen Reife
  • Man muß als Verein im Internet, in den sozialen Netzwerken, auf Videoportalen, präsent sein.
  • Vor allem die soziale Netzwerke wie auch die Fach-Foren müssen belegt werden.
  • Ideen und Kreativität entstehen nicht, wenn prüfungsähnlich Qualitätsregen in den Vordergrund geschoben werden.
  • Jugendliche sprühen vor Ideen was wir in den Videoportalen oder bei den vielen Kurzfilmfestivals zu sehen bekommen.
  • Nicht sein "eigens Süppchen kochen", sondern offen, gezielt und integrationswillig den Kontakt engagiert suchen.
  • Überzogen Qualitätsansprüche setzten die Einstiegshürden, sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsenen zu hoch.
  • Diskussionen über filmische Grundregeln sind der Ideenfindung nicht förderlich.
  • Erzeugter Druck durch unnötige Vorgaben behindert den freien Geist.
  • Mediale Anarchie kann Künstler beflügeln und befreien
  • Ideenentwicklung ist das am Meisten vernachlässigte Thema in den altmodischen Vereinen
  • Jugendförderung bedeutet Kreativförderung und nicht Qualitätssteigerung
  • eindeutige "Anfängerfehler" werde nur von Anfängern gemacht. Eine Entwicklung aus Eigeninteresse bringt automatisch eine Qualitätsverbesserung mit sich.
  • Computer und kostenlose Software fördern den Einstieg in kreative Mediengestaltung
  • Ein Handy beinhaltet schon fast alle notwendigen AV-Medien, wie Foto, Ton, Film, Internet-Recherche, etc.
  • Handy-Festivals können Jugendliche begeistern und zum Hobby bringen
  • Mit LAN-Partys zum Thema AV-Gestaltung wird auch die Teamfähigkeit gefördert
  • Über Internet und LAN können gemeinsame Projekte erarbeitet werde, nicht nur da können die Alten von den Kids lernen.
  • Gestaltung und Dramaturgie entstehen auch durch viele gute und schlechte Beispiele
  • Lehrer sind mediale Multiplikatoren, also sind sie zuerst zu begeistern
  • Kreismedien- und Landes-Medienzentren sind wichtige Anlaufstellen um unser Hobby bekannt zu machen.
  • Ferienangebote der Clubs führen bei guter pädagogischen Durchführung zu "Jugendgewinnung"
  • Jugendcamps gibt es sowohl für PC-Freaks als auch für BMX-Biker usw. aber nicht für Multimedia, Video, Fotografie, usw.

Allerdigs verstehe ich nun im Nachhinein etwas mehr, warum mein Diaporamafreund vom Bodensee, mir gleich mit seiner Entschuldigung begegnete. Sein erster Vorsitzender vom neuen Videoclub saß mit am Tisch und in der anschließenden Diskussion,  in welcher ich die mangelnde Jugendarbeit in unseren Vereinen anprangerte, merkte ich seine altmodische, verbohrte  und ablehnende Haltung sich für Neues zu öffenen. Z.B. sagte er, „Sie brauchen mir Nichts über Vereinsführung erklären, das mache ich schon immer so“. Und weiter, als ich von den kreativen Ideen unserer Kids schwärmte: „Mit dem Handy kann doch nichts Gescheites rauskommen“. Dies gipfelte recht schnell darin, dass er unsere emotionale Diskussion sehr unfreundlich abbrach, um seinen  geplanten „schönen“ Abend ohne mich genießen zu können. Ich verstand die Ausladung.

Dies war jedoch für mich wieder einmal der Beweis mit welchen Scheuklappen unsere Vereins-Führungen durch die mediale Welt wandern. Jeder beansprucht für sich das Alleinvertretungsrecht und schaut neidisch darauf, dass kein anderes Medium die Oberhand gewinnt. Es ist ein langwieriger, harter Kampf die Herzen und Seelen der Vereinsmeier zu öffnen und etwas mehr an Toleranz für alle Kunstformen zu erreichen.


Bei meinem Besuch in Dettingen konnte ich aber schon die Früchte der vergangen Jahre ernten,  indem ich von Teilnehmern meiner kostenlosen Vorträge, freundlich ja sogar begeistert begrüßt wurde, während manche verärgerte  Casablanca-Herren sogar peinlichst den Blickkontakt mit mir vermieden, geschweige den eine höffliche Begrüßung erwiderten. Was mich aber trotzdem hoffen lässt sind die Aussagen der Landes- und Bundesvertreter des  BDFA, welche alle einer multimedialen Öffnung positiv gegenüberstehen.  

In diesem Sinne werde ich unaufhaltsam weiter missionieren und mich voll dafür einsetzten, dass die Schranken in unseren Köpfen fallen und nur die an der Leinwand erzählte Geschichte über Gut oder Böse entscheidet.

 


Hier einige scherzhafte gemeinte Fotomontagen vom 1. April 2010, welche leider den Nagel auf den Kopf treffen !

 

bdfa_NeuesLogo2010jpg

bdfa_NeueFahne2010jpg

HST_Film_Dettingen