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2015-07(Jul)-06; Heinz May, ein Vater des Diaporamas ist tot - Artikel aus dem Südkurier vom 23.6.15 Drucken E-Mail
Aus dem Südkurier vom 23.06.2015
http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/bodman-ludwigshafen/Der-Vater-des-Diaporamas-ist-tot;art372434,7947339

Der Vater des Diaporamas ist tot

Der international renommierte Fotograf verstirbt im Alter von 89 Jahren. Er machte aus der schnöden Diaschau eine Kunstform

 

bodensee2007 am heinz may 

Heinz May bei einer Schulungen

von mir 2007 in Radolfzell. A.Maier

Der Tod von Heinz May hat in der Gemeinde (Bodman-Ludwigshafen) Bestürzung und Trauer ausgelöst. Obgleich schon längere Zeit gesundheitlich angeschlagen, kommt sein Ableben doch überraschend, konnte man ihm noch bis vor kurzem fast täglich begegnen. Als „Vater des Diaporamas“, wie der Ludwigshafener von der Fachwelt bezeichnet wird, und als Gründungsmitglied des internationalen Diaporama-Clubs hat er sich um die internationale Fotografie und um das von ihm gegründete „Bodensee-DIA-AV Festival“ im Zollhaus und um Fotoausstellungen im Rathaus Ludwigshafen große Verdienste erworben.
In Ilmenau (Thüringen) am 1. November 1925 geboren, erlernte er dort den Beruf des Glastechnikers. Nach seiner Übersiedlung in den Westen 1955 legte er in Konstanz die Meisterprüfung ab und arbeitete über 35 Jahre als Glastechniker und Sachbearbeiter bei Bosch in Stuttgart. 1939 war Heinz May gerade 14 Jahre alt, als er mittels einer einfachen Box erste Erfahrungen in der Fotografie sammeln konnte. Er gründete das Bosch-Film-und Fototeam Stuttgart. Nebenberuflich wirkte er als Dozent für Glastechnik an der Chemie- und Physik-Fachschule in Stuttgart, auch war er Referent für Fotografie und Tonbildschau bei den Bildungswerken der Robert Bosch GmbH sowie an der Volkshochschule in Stuttgart und Stockach. Bereits 1949 hatte er Luise Abrell aus Aach geheiratet, die ihm drei Söhne gebar.
Heinz May entwickelte eine effektvolle Art, Bilder zu präsentieren: das Diaporama. Er war elektrisiert davon, Bilder mittels zweier Projektoren in Überblendung zu einer Geschichte zu verschmelzen. Heute kaum vorstellbar, welche Euphorie das Ausbleiben der gewohnten Dunkelphase, die durch den Diawechsel gegeben war, auslöste. Hinzu kam die Faszination einer auf die Diafolge abgestimmten musikalischen Untermalung. Im Rahmen des Deutsch-Französischen Jugendwerkes initiierte Heinz May in den sechziger Jahren die deutsch-französischen AV-Jugendseminare, die er zusammen mit seinem französischen Kollegen und Freund Bernard Sanch leitete. May war oft bei nationalen und internationalen Foto-und Dia-AV-Wettbewerben. Starke Beachtung fand er mit der Ausstellung seiner Bilder und Diaporamen bei einem internationalen Festival im französischen Angouleme. 1985 initiierte er das Treffen von Diaporama-Autoren aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz mit öffentlichen Vorführungen im Zollhaus in Ludwigshafen. Ihm ist es auch zu verdanken, dass in Zusammenarbeit mit der Foto-Arbeitsgemeinschaft Radolfzell-Stockach regelmäßig im Rathaus Ludwigshafen Fotoausstellungen stattfinden.


Bis in die letzten Lebensstunden widmete sich May mit Leidenschaft der Fotografie. Angesichts seines außergewöhnlichen Engagements auf diesem Gebiet wurde er mit einer Vielzahl von nationalen und internationalen Ehrungen und Preisen ausgezeichnet. Zu Recht wurde er einer der wegweisenden Diaporamisten in Deutschland und Europa. Er hat auch Jugendliche für die Fotografie begeistern können. Jahrelang lud er Jugendliche bei den Kinderferienprogrammen der Touristinformation zu Foto-Exkursionen ein und brachte ihnen das Fotografieren bei. Viele von ihnen sind heute namhafte Fotografen. Das Seelenamt für Heinz May findet am Mittwoch, 24. Juni, Beginn 10.30 Uhr, in der Pfarrkirche St. Otmar statt. Anschließend findet er auf dem Friedhof Ludwigshafen an der Seite seiner 2007 verstorbenen Ehefrau Luise seine letzte Ruhestätte.

Heinz May Nachruf