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2008-04(Apr)-27; MeDIA-Maier auf der GBV-Börse in Braunfels Drucken E-Mail

Hallo liebe Leser des kostenlosen www.HDAV-Blog.de

Als ich vor ca. 8 Jahren zum ersten Mal über die internationale Vortragsbörse der GBV (Gesellschaft für Bild und Vortrag e.V) berichten durfte, war mein Eindruck ganz eindeutig. Da versammeln sich Konkurrenten um sich gegenseitig aus-, ja fast schon abzustechen. Tatsächlich gehört das „Hauen und Stechen“ aber der Vergangenheit an und eine seltsame Harmonie bestimmte dieses Jahr die 15. internationale Vortragsbörse der GBV in Braunfels.

Info von der Homepage: www.gbv-diavortraege.de
Die GBV besteht derzeit aus gut 50 Mitgliedern, die meisten sind Diareferenten, die das Medium „Diavortrag“ zu ihrem Beruf gemacht haben. Die GBV begrüßt grundsätzlich die Aufnahme neuer Mitglieder. Sie werden vom Vorstand der GBV berufen….. Die Gesellschaft für Bild und Vortrag e.V. sieht sich als Berufsverband der Diareferenten. Ihr Ziel ist es, das Medium „Diavortrag“ und die Zusammenarbeit zwischen den Referenten und Veranstaltern zu fördern. Dies gelingt durch regelmäßige Rundschreiben, die Herausgabe eines Kataloges, die Veranstaltung der Internationalen Vortragsbörse und durch jährliche Mitgliederversammlungen. Ein weiterer Baustein ist dieser Internet-Auftritt, der Veranstaltern und Besuchern von Diavorträgen wertvolle Dienste leisten kann.

braunfelsLeider machen die Internetseiten keinen aktuellen Eindruck, z.B. ist der letzte News-Eintrag vom 3. November 2006. Auch wird nur vom „Diavortrag“ gesprochen obwohl gut die Hälfte der ca. 50 Kurzvorträge bei der Börse digital gezeigt wurden und der erste Vorsitzende und Hauptorganisator, Michael Martin, die Teilnehmer aufrief einen neuen Namen für die digitalen Vorträge zu finden.

Die Internationale Vortragsbörse bot laut Flyer, Seminare, Fachvorträge, Kurzvorträge, Diskussionen und die Begegnung mit Referenten und Veranstaltern. Veranstaltungsort war traditionell das reizvolle historische Städtchen Braunfels bei Wetzlar, in welchem es genügend Lokalitäten gab um die Diskussion auch noch bis tief in die Nacht hinein fortzusetzen. Die ca. 160 angemeldeten Personen setzten sich dann auch jeweils zur Hälfte aus den Referenten und Veranstaltern zusammen, wobei manche in einer Doppelfunktion vor Ort waren. Ich finde diese Plattform gut und wichtig, warum allerdings von den hunderten Reisevorträgen die es im deutschsprachigen Raum gibt nur so wenige nach Braunfels kommen weiß ich nicht. Vor allem für die Mitglieder im GBV ist es eine gute Möglichkeit sich und ihre Produktionen zu vermarkten. Die Veranstalter tun auch ziemlich viel, damit es den anwesenden Referenten und Veranstalter gut geht. Vor allem das "Coming Together" an den Abenden wird gerne angenommen und das Buffett am Samstag ist im Preis von 90,-Euro mit enthalten.

Kurzvorträge sind fester Bestandteil der Internationalen Vortragsbörse. Hierbei zeigten die Referenten 10 Originalminuten (also kein „Best of“!) aus einem ihrer Vorträge und stellten sich damit den anwesenden Kollegen und Veranstaltern vor. Ein dreiköpfiges Gremium sichtete die Vorträge und sollte Anregungen und Tipps geben. Dies war aber so dürftig, dünn und unausgewogen, dass man es am Besten ganz weglassen sollte. Trotzdem ist dies Jury besser als wie in der Vergangenheit, wo die Zuschauer, also auch die Konkurrenten, alles unqualifiziert zerreisen konnten und es oft mit Schlägen unter der Gürtellinie herging.

Die Kurzvorträge wurden wieder im Großen Saal des „Haus des Gastes“ gezeigt. Die GBV stellte eine Leinwand, vier Leica RT-Projektoren, einen Canon XEED SX7 und eine Tonanlage. Weitere benötigte Technik musste von jedem der Referenten mitgebracht werden, wobei es auf Grund der Fülle von Kurzvorträgen keine langen Umbaupausen geben durfte. Franz Baumann und Thilo Mössner hatten die undankbare Aufgabe die Kurzvorträge wieder technisch zu betreuen und es ging ständig irgendetwas schief. Unbedarfte Zuschauer mussten sich an den Kopf langen, wenn sogar die selbsternannten Vertreter der Berufsreferenten scheinbar nicht in der Lage waren einen Ton vernünftig auf die Lautsprecher zu bringen.

gbv_Leinwand

MeDIA-Maier Tipp:
Technik ist gut und kann/muss ohne Einschränkungen funktionieren 

Ich war fast geneigt an ein Komplott zu denken, wenn der Ton quasi als "Running Gag" wieder einmal nicht funktionierte, anderseits war es ja wirklich auch eine unglaubliche Vorgabe, die 10-minütigen Vorführungen ohne Unterbrechung mit immer wieder wechselnder Technik zu zeigen. Selbst wir Amateure wissen, dass es ohne einen Probelauf zu gefährlich ist! Doch die Profis trauten es sich zu und es ging dann auch prompt schief. Dies führte schließlich auch zu Unmut unter den Vortragenden, da manche mit Tonproblemen keine Change bekamen ihren Beitrag ohne technische Probleme zu wiederholen und anderen dies aber gestattet wurde.

MeDIA-Maier Tipp:
Immer zuerst einen Problelauf durchführen, bzw. die Schau wenigstens anlaufen lassen 

Auch bekannte Schreiber aus dem www.stumpfl.com/forum die sich mit ihrem gekonnten HDAV-Einsatz etwas abhoben, bekamen die Ungleichbehandlung der technischen Probleme zu spüren. Besonders bei der sehr guten Schau mit S/W-Bilder von Frank Jermann, "California – Salton Sea“ wurde zweimal nicht die volle Zeit gewährt, es gab sogar unfaire Bemerkungen von 2 Mitgliedern des Vorstandes zur "Grammatik" unseres Forumsmitgliedes. Anderes bei Beppo Niedermeier und Katja Dippold (heiraten übrigens diesen Sommer nach 10 Jahren) mit „Ägypten – Das Vermächtnis der Pharaonen“. Hier lief alles glatt und der HDAV-Produzent schaffte es trotz des "ausgelutschten" Themas Ägypten, noch ein wirklich spannendes Abenteuer zu erzählen. Auch Petra und Gerhard Zwerger-Schoner, Jo Pichler und Hans Thurner, alles HDAV-Anwender, zeigten dem Rest wo die neue Art der Präsentation hingeht. Dabei gingen sie besonders sparsam mit den Effekten um und setzten bewegte Bilder nur dort ein wo es sinnvoll war.

MeDIA-Maier Tipp:
Falls sich in einem Bild etwas bewegt so schauen die Zuschauer automatisch auf die Bewegung und erfassen den Rest des Bildes nicht so schnell. Also müssen Bewegungen gezielt eingesetzt werden um die Augen unserer Zuschauer zu lenken, was wir auch mit Linienführung und "goldener Schnitt" gezielt machen.

Auch die Direct-AV-Kollegen von Vision 21 haben verstanden wo es hingeht und zeigten einen HDV-Zeitraffer von bester Qualität. Am meisten enttäuscht war ich von den "großen" Namen, welche im alten Stil ihre Kalenderbilder zeigten und wenn das so wie bei dem Geo-Fotografen Norbert Rosing, mit dem gesungen Lied "Brothers in Arm" (Brüder unter Waffen/Waffenbrüder ) untermalt wird, dann kann einem sich schon der Kopf drehen. Warum schauen diese Profis sich nicht einmal bei den Amateuren der AV-Clubs um ( www.AV-Dialog.de ), die solche Anfängerfehler schnell beheben würden.

MeDIA-Maier Tipp:
Keine (unpassenden) gesungen populäre Lieder zur Bilduntermalung verwenden, außer mal will das Lied bebildern!

Ich möchte hier versuchen mein Eindruck der 50 Schauen etwas statistisch zusammen zufassen.

  • Die meisten Sprecher konnten lebhaft, betont und frei sprechen
  • Viele Referenten erzählten mit Begeisterung und persönlicher Ausstrahlung von einem großen Abenteuer
  • Die meisten Bilder waren gut fotografiert, etwa ein Viertel davon hatten sogar sehr gute Einzelbild-Fotografien
  • Es gab kaum Bilder die speziell für die Überblendung fotografiert waren (siehe hier)
  • Keiner setzte die Möglichkeit der "fließenden Bilder" ein, wenn es sequenzielle Fotografie gab, dann meist als Animation, wo lediglich versucht wurde einen Film nachzuahmen.
  • Die große Mehrheit der Vorträge war nur durchschnittlich gute Projektionskunst
  • Viel zu viel Schauen hatten populäre gemapflichtige Musik, sogar mit unpassenden Gesangsstücken
    (Dire Straits, Pink Floyd, Chris Rea, Enigma, etc.)
  • Etwa die Hälfte der Schauen wurden digital gezeigt
  • Gerade eine Hand voll Produzenten hat das neuen Medium HDAV bzw. Direct AV richtig verstanden und auch geschickt umgesetzt.
  • Einige binden lediglich Vollformat-Filme in ihre Bilderschauen ein und sprechen dann von digitaler AV 
  • 80% der digitalen Schauen liefen ruckelfrei und hochauflösend
  • Die meisten digitale Projektionen liefen "breit" im 16:9 oder 3:2 Format (Beamer hatte 4:3 Chip)
  • m.objects und Wings Platinum dominierten bei der Software, es gab aber auch (ruckelnde) Exoten!
  • Wenige Beiträge waren Anfängerschauen, die auf der GBV-Börse aber nichts verloren haben
    und aussortiert werden müssten.

Einer der zwei Vortrags-Highlights war Guido Mangold der aus seinem Fotografenleben berichtete. Er prägte den deutschen Foto- Journalismus der letzten Jahrzehnte zum Beispiel bei der Quick, dem Geo und dem Playboy, und er zeigte einen Querschnitt aus seiner interessanten Arbeit wofür es sogar Standig Ovations gab.

GBV_MM_Schulung

 

Das zweite Highlight war Mathias Michel, unser ehemaliger AV-Dialog-Präsident, der vielen Profis erst einmal zeigte was man mit fließenden Bildern für Emotionen wecken kann. Dass dies mit viel Feinarbeit und einem Plan verbunden ist, scheint die Weltreisenden noch abzuschrecken. In den Diskussionen hörte ich sowohl Erstaunen, Begeisterung als auch Unverständnis heraus. Da der Bezug zum "fließenden Bild" manchen fehlte wurde es oft als Spielerei abgetan. Leider verlassen sich die GBV´ler zu sehr auf ihre persönliche Ausstrahlung und ihre stehenden Kalenderbildern. Meiner Meinung nach zu wenig um sich im harten Geschäft der Vortragsreferenten vom Durchschnitt abzusetzen. Hier braucht es den geschickten Einsatz von HDAV (High Definition Audio Vison) wie ich ihn z.B. allen Vortragenden des Stumpfl-Anwenderforums bescheinigen kann.

 

Auch war die Diskussion über die zukünftige Technik, welche bei den Amateuren schon längst abgeschlossen ist, bei der GBV immer noch im vollen Gange bzw. sie hat gerade erst richtig Fahrt aufgenommen. Eine Podiumsdiskussion „Dia oder Beamer?“ wurde wegen der vielen angekündigten Kurzvorträge abgesagt und der erste Vorsitzende Michael Martin nutzte seine Begrüßungsrede am zweiten Tag für ein Statement zu Gunsten der alten Technik. Warum er das tat konnte ich nicht ergründen, da er doch jetzt selbst umsteigt und sich die Pannen auch nicht auf die mangelhafte Technik der Digitalprojektoren zurückführen ließ, sondern auf die mangelnde Vorbereitung der GBV und das mangelnde technische Wissen der Weltenbummler und Vortragsreferenten. 

Übrigens selbst bei den Fotografenprofis sah ich keinen Fotografen, welcher die Veranstaltung fotografisch dokumentierte, was ich leider bei den Amateuren und in ihren Fotoclubs auch oft vermisse.

MeDIA-Maier Tipp:
Für Großveranstaltungen einen oder mehrere Fotografen bestimmen und  wichtige Aufnahmen festschreiben

 

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